Eröffnungsvortrag Ukraine Calling 2018 „Wie die Krim ‚russisch‘ wurde…“

„Die Mehrheit der Russen vertritt die Meinung, dass ihre Regierung durch die Annexion der Krim begangenes Unrecht korrigiert hat.“

Der dritte Jahrgang des berufsbegleitenden Weiterbildungsprogramms „Ukraine Calling. Ukraine-Kompetenz im Dialog“ startete am 12. April an der Europa-Universität. Prof. Dr. Kerstin S. Jobst von der Universität Wien hielt den Eröffnungsvortrag mit dem Titel „Wie die Krim ‚russisch‘ wurde…“ Über die Strategien der Aneignung eines kolonialen Erwerbs“ und erläuterte die emotionale Bindung vieler Russinnen und Russen zu der Halbinsel.

„Die Krim ist in der westlichen Welt nach wie vor eine ‚Terra Incognita’. Seit der illegitimen Aneignung der Halbinsel durch Russland ist sie durch andere Krisenherde in Vergessenheit geraten“, erklärte Prof. Dr. Kerstin S. Jobst einleitend. In Russland dagegen sei die Krim von sehr großer Bedeutung; Präsident Putin spreche sogar von „sakraler Bedeutung“.

Die Professorin für „Gesellschaften und Kulturen der Erinnerung im östlichen Europa“ sah in der Idealisierung der Krim als Sehnsuchtsort eine der Ursachen dafür. „Der Dichter Vladimir Mojakovski hat durch sein Gedicht „Krym“ von 1928 großen Anteil daran, dass die Krim als russisch wahrgenommen wird. Darin heißt es: ‚Unsere Krim ist unvergleichbar.’“, so Jobst. Ein weiterer Faktor für die Wahrnehmung der Krim als unbedingter Teil Russlands sei, dass die Halbinsel als Wiege des russischen Christentums gelte. „Die Mehrheit der Russen vertritt heute die Meinung, dass ihre Regierung durch die Annexion der Krim begangenes Unrecht korrigiert hat“, erläuterte die Historikerin. Seit dem Zerfall der Sowjetunion 1991 gehört die Halbinsel zur unabhängigen Ukraine.

Quelle: https://bit.ly/2FsJph1

Den Vortrag können Sie hier nachschauen

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