Kerstin S. Jobst (Universität Wien), Eröffnunsvortrag „Wie die Krim ´russisch´ wurde…“

„Wie die Krim ´russisch´ wurde…“
Über die Strategien der Aneignung eines kolonialen Erwerbs.

Die Ende Februar 2014 beginnende sogenannte Krim-Krise hat der westlichen Öffentlichkeit deutlich gemacht, dass die Halbinsel am Schwarzen Meer mehr oder weniger immer noch eine terra incognita für sie ist. Mit großem Erstaunen wird seitdem gefragt, warum die Annexion der Krim für Russland eine so große Bedeutung hat, dass man sogar bereit ist, das Völkerrecht zu missachten und Sanktionen der Europäischen Union auf sich zu nehmen. Tatsächlich wird die erstmals 1783 annektierte Krim von einer Mehrheit der Russen als unveräußerlicher und hochsymbolischer Teil Russlands wahrgenommen. Der Vortrag wird den komplexen Prozess der Aneignung der Krim nachzeichnen.

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Prof. Dr. Kerstin S. Jobst studierte Geschichtswissenschaft, Psychologie, Literaturwissenschaft und Finno-Ugristik an den Universitäten Hamburg und Wien. Ihe Foschungsschwerpunkte liegen u.a. in der Geschichte Ostmittel- und Osteuropas, in der vergleichenden Imperiums- und Kolonialismusforschung, Erinnerungskulturen und Geschichtspolitik, sowie in Histories of Disaster/Katastrophenforschung. Von ihr erschienen die Monographien „Zwischen Internationalismus und Nationalismus: Die polnische und die ukrainische Sozialdemokratie in Galizien von 1890 bis 1914. Ein Beitrag zur Nationalitätenfrage im Habsburgerreich“ (1996), „Der Mythos des Miteinander. Galizien in Literatur und Geschichte“, sowie „Die Perle des Imperiums. Der russische Krim-Diskurs im Zarenreich“ (2007). Seit August 2012 leitet sie den Lehrstuhl für Gesellschaften und Kulturen der Erinnerung im östlichen Europa am Institut für Osteuropäische Geschichte der Universität Wien.

Begrüßung

Prof. Dr. Stephan Kudert Europa-Universität Viadrina, Geschäftsführender Präsident

Dr. Maja Sibylle Pflüger Robert Bosch Stiftung, Stellvertretende Bereichsleiterin   ­                                         „Völkerverständigung Europa und seine Nachbarn“

Prof. Dr. Alexander Wöll 1. Vorsitzender der Deutschen Assoziation der Ukrainisten

Moderation:

Prof. Dr. Werner Benecke Europa-Universität Viadrina, Professur für Kultur und Geschichte Mittel- und Osteuropas

Wir laden Sie herzlich zu einem spannenden Vortrag mit anschließendem informellen Empfang ein!

Datum: 12.04.2018

Zeit: 18:15

Ort:
Logensaal
Europa-Universität Viadrina
Logenhaus, Logenstr. 11
15230 Frankfurt (Oder)