Cold War – Hot Art: eine künstlerische Annäherung der panslawischen Identitäten

Cold War – Hot Art: eine künstlerische Annäherung der panslawischen Identitäten

„Kalter Krieg geht weiter“ – das ist die These, die in der Ukraine und in Deutschland lebende Künstler und Künstlerinnen den Kampf der Identitäten genauer untersuchen. „Kalter Krieg – Heiße Kunst“ ist ein 30-tägiges Residenzprogramm für progressive, experimentierfreudige Künstler*innen jeglicher Kunstsparten. Das künstlerische Kollektiv soll aus Künstler*innen mit unterrepräsentierten Geschichten zusammen gesetzt werden, z.B. aus einer krimtatarischen Biografie in der Ukraine, aus Wolgadeutschen und aus den in Deutschland lebenden ukrainisch-russischen-polnischen-u.v.m. Hybriden mit z.B. jüdischen Wurzeln. Dafür soll eine Städtepartnerschaft zwischen Hannover und Ivano-Frankivsk aufgebaut werden, sodass die artists in residence jeweils 15 Tage im Juni und Juli 2020 in beiden Städten an gemeinsamen Ausstellungen, Konzerten, Performances, Installationen, Screenings und Workshopformaten arbeiten. Der künstlerische Schaffensprozess fordert die Auseinandersetzung mit der gemeinsamen Geschichte, Politik und Kultur und fördert die Schließung biografischer Lücken. Statt des Unverständnisses und des gegenseitigen Ausschließens soll sich während dieser transkulturellen Residenz das volle Potential der künstlerischen „soft power“ entfalten. 

Die Ukraine als „Pufferzone“ zwischen dem sogenannten Westen und dem sogenannten Osten stand und steht vor grundlegenden  Fragen nach der eigenen Ausrichtung. Ähnliche Geschichte der Teilung in „Ost“ und „West“ hat auch Deutschland schon mal zwischen 1961 und 1989 durchlebt. Heutige Bemühungen gelten der Pluralität, der Diversität und einer funktionierenden Migrationsgesellschaft, deren großen Teil die postsowjetischen Migrant*innen ausmachen. Das Image der Diaspora-Communities kann sich schnell durch die Medienberichterstattung der dominierenden westlichen Medien ändern. Somit hat der Ukraine-Russland-Krieg um einiges mehr Parteien, als nur zwei! Daher ist die Erschaffung eines künstlerischen Selbstbildes das Ziel der Residenz. 


Masha Kashyna


Mariya Kashyna


Die Künstlerin Mariya (kurz: Masha) Kashyna, kam als Jugendliche aus der Ukraine nach Deutschland. Die Notwendigkeit zum eigenen künstlerischen Ausdruck verspürte sie früh, entschied sich dennoch spät, dies zu ihrem Beruf zu machen. Sie studierte Kulturwissenschaften, Musik und Medien in Hildesheim und ergänzte dies mit einem Studium der Komposition und des Dokumentarfilms in Istanbul. Neben regelmäßigen audio-visuellen Performances als Solo-Künstlerin, spielt sie auf dem Vibraphomit in dem Perkussionsquartett FLYM. Derzeit studiert sie den internationalen Master der Musikethnologie am Center for World Music. 


Seit 2015 dem Langzeitdokumentarprojekt "maidan in progress - майдан в прогресі", das die post-revolutionären Transformationsprozesse in ihrer Heimat untersucht. 

Keller Drei


Keller Drei

Der Keller Drei ist ein nicht-kommerzieller Raum für Kunst in Hannovers Nordstadt, der seit Juni 2016 von einem kleinen Team ehrenamtlich geführt wird und als Projektraum gefördert wird. Er bietet eine Ausstellungsfläche von 260 Quadratmetern. Hier finden regelmäßig Ausstellungen mit regionalen und überregionalen Künstler*innen sowie kulturelle Veranstaltungen wie z.B. Konzerte, Lesungen und Performances statt. Der Keller Drei kooperiert mit den Musiker*innen des benachbarten Musikwohnprojekts, sodass die Ausstellungsfläche des Kellers durch ein Musikstudio und Proberäume erweitert wird. Das gemeinsame Ziel ist es, die lokale Kunstszene Hannovers zu aktivieren und internationale künstlerische Zusammenarbeit der Subkulturen zu initiieren.