Den Konflikt kommunizieren. Ein Graphic-Novel-Projekt über den Konflikt im Donbas

Den Konflikt kommunizieren. Ein Graphic-Novel-Projekt über den Konflikt im Donbas

Der Konflikt hat einen großen Teil der zivilgesellschaftlichen Strukturen in der bereits vor 2014 strukturschwachen Ostukraine zerstört. Zahlreiche Menschen, die sich für Demokratie, Partizipation und lokale Entwicklung einsetzen, wurden verhaftet, bedroht, mussten ihre Heimat verlassen und als Binnenflüchtlinge in anderen Landesteilen ein neues Leben beginnen. Die Arbeit derjenigen, die bleiben konnten, erfährt kaum staatliche oder gesellschaftliche Unterstützung und ausländische Organisationen priorisieren häufig humanitäre Hilfe. Gleichzeitig wird die Situation der direkt vom Konflikt Betroffenen öffentlich kaum thematisiert.

Ziel des Projekts ist die Stärkung der Zivilgesellschaft sowie die Schaffung eines Mediums, mit dem der Konflikt, die Situation der dort lebenden Menschen und die im Rahmen des Konfliktes begangenen Menschenrechtsverletzungen vermittelt werden können. Mit einer Gruppe von 10 Aktivisten und 2 Künstlern aus der Ukraine entwickeln wir in mehreren Workshops eine Graphic Novel, deren Inhalt auf biographischen Interviews mit Opfern von Gewalt und Menschenrechtsverletzungen beruht. Durch authentische Geschichten wird ein Eindruck von der Komplexität des Konfliktes und von dessen einschneidendem Charakter für die Zivilbevölkerung vermittelt.

Workshop „Oral History“: 04/2017
Workshop „Civic Education“: 05/2017
Workshop „Making a Graphic Novel“: 06/2017
Veröffentlichung der Graphic Novel und Präsentation auf dem MitOst-Festival und in Kiew: Herbst 2017

Das Projekt wird bis Ende 2017 vom Auswärtigen Amt finanziert.

Wir planen, die folgenden Anschlussprojekte im Jahr 2018 durchzuführen:
– Übertragung der Graphic Novel ins Englische und Deutsche
– Didaktische Handreichung zur Graphic Novel – für die Bildungsarbeit in der Ukraine und im internationalen Austausch
– Deutsch-ukrainische Jugendbegegnung
– Wanderausstellung mit Auszügen aus der Graphic Novel und Begleitveranstaltungen
– Barcamp mit Menschenrechtsaktivisten aus der Ukraine und Belarus


Anne Reis


Anne Reis


Anne Reis studierte in Chemnitz, Wrocław und Toruń Europa-Studien (BA) und Osteuropastudien (MA) an der LMU München. Berufliche Erfahrungen sammelte sie in der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg, im Jüdischen Museum in München und im Collegium Carolinum sowie durch die Mitarbeit an internationalen Projekten für die GFPS e.V. und Libereco – Partnership for Human Rights e.V. Für letztgenannten Verein ist sie seit März 2017 für die Koordination des Projekts "Den Konflikt kommunizieren. Ein Graphic-Novel-Projekt über den Konflikt im Donbas" zuständig. Zudem koordiniert sie bei der Caritas im Landkreis München Freiwillige, die sich in sozialen Projekten engagieren.

Kontakt: anne.reis@lphr.org

Libereco – Partnership for Human Rights


Libereco – Partnership for Human Rights

Libereco – Partnership for Human Rights setzt sich seit seiner Gründung 2009 für die Achtung der politisch-bürgerlichen Menschenrechte ein. Für uns sind das elementare Rechte für alle, darunter zählen Meinungs-, Versammlungs-, Vereinigungs-, Presse-, Gewissens- und Religionsfreiheit. Dabei berufen wir uns auf die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 und den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte von 1966, in denen diese unveräußerlichen Menschenrechte garantiert werden. Der Fokus unserer Arbeit liegt auf Belarus. Zudem leistet Libereco humanitäre Hilfe für Bedürftige und unverschuldet in Not geratene Menschen. Hierbei konzentrieren wir unsere Hilfsprojekte neben Belarus auch auf die Ukraine. Seit 2014 baut Libereco seine Kontakte zu Menschenrechtsorganisationen in der Ukraine kontinuierlich aus und arbeitet seit Ende 2016 gemeinsam mit Mitgliedern der Koalition "Justice for Peace in Donbas" an dem aktuellen Graphic-Novel-Projekt.

Website: http://www.lphr.org