Eine Menschenrechtsorganisation für alle Minderheiten der Ukraine

Eine Menschenrechtsorganisation für alle Minderheiten der Ukraine

In der Ukraine leben viele ethnische und religiöse Minderheiten: u.a. Huzulen, Lemken, Gagausen, Karaimen, Krimtataren, Roma, Bulgaren, Ungarn, Rumänen, Russen, Weißrussen, Juden und Deutsche. Obwohl die Ukraine alle zentralen internationalen Konventionen zum Schutz und zu den Rechten von Minderheiten ratifiziert hat, sind sie längst nicht für jede Gruppe angemessen umgesetzt. Gerade in den vergangenen beiden Jahren wurde das Thema Minderheiten in der Ukraine stark politisiert, die Minderheiten selbst manipuliert, gegeneinander ausgespielt.
Hier setzt das Projekt „Eine Menschenrechtsorganisation für alle Minderheiten der Ukraine“ an. Es ermöglicht erstmals eine Vereinigung der Minderheiten, um gemeinsamen aufzutreten, national und international Lobbyarbeit zu betreiben, Kontakte zu den westeuropäischen Minderheiten zu pflegen und die Erfahrung sowie das Netzwerk der GfbV international dafür zu nutzen.

Ziel:
Aufbau einer Menschenrechtsorganisation für alle Minderheiten der Ukraine als „Gesellschaft für bedrohte Völker-Ukraine“

Aufgaben:

  1. Kooperation zwischen den Minderheiten der Ukraine stärken
  2. Monitoring der Umsetzung der Rechte der Minderheiten
  3. Regelmäßige Veröffentlichungen, verlässlicher Informationsfluss, Lobbying national und international für die Rechte der Minderheiten
  4. Brücken bauen zwischen Minderheiten der Ukraine und in anderen Staaten Europas

Zeitplan:
Ein Infoflyer und eine online-Vorstellung des Projektes wurde auf Deutsch und Ukrainisch erstellt, eine Schwerpunktausgabe der GfbV-Zeitschrift „bedrohte völker“ widmet sich den Minderheiten in der Ukraine nach dem Euromaidan. Im März 2017 kommt eine Delegation der Repräsentanten der Minderheiten aus der Ukraine für einen Besuch nach Deutschland. Der Gegenbesuch einer deutschen Delegation auch mit Vertretern der in Deutschland beheimateten Minderheiten ist für Sommer 2017 geplant. Noch vor Jahresende 2017 soll eine feste, nachhaltige und verlässliche Form der Zusammenarbeit etabliert werden.


Sarah Reinke


Sarah Reinke


Sarah Reinke hat osteuropäische Geschichte, Slavistik und Amerikanistik sowie Supervision und Organisationsberatung studiert und ist seit über 15 Jahren bei der internationalen Menschenrechtsorganisation Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) tätig. Seit 2008 ist sie zudem Leiterin des Berliner Hauptstadtbüros GfbV.

Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)


Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV)

Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation. Sie setzt sich seit knapp 50 Jahren für verfolgte und bedrohte ethnische, religiöse und sprachliche Minderheiten, Nationalitäten und indigene Völker ein. Sie vertritt die Interessen von bedrohten Minderheiten weltweit bei Politikern, Verbänden und Medien. Die GfbV hat den Beraterstatus beim Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC) der UN und den mitwirkenden Status beim Europarat inne. Mit Presseerklärungen, unserer Zeitschrift, im Internet und sozialen Netzwerken, mit Ausstellungen, Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen informiert die GfbV die Öffentlichkeit über die Verfolgung und Vernichtung von Minderheiten. Sie übt Druck auf politisch Verantwortliche aus, publiziert Menschenrechtsreporte, vermittelt Experten und erbittet Hilfe für Notleidende. So gelingt es der GfbV immer wieder zu verhindern, dass Kriegsverbrechen verschwiegen und Menschenrechtsverletzungen verharmlost werden.