Wie seht ihr das? Der Blick von außen – Ukrainische Jugendliche über die EU

Die Europäische Union und deren Zukunft ist ein wichtiges Thema der politischen Bildung und wird derzeit auch von der deutschen Öffentlichkeit intensiv diskutiert. Gerade vor den Wahlen des EU-Parlaments haben Medien, Politik und weite Teile der Zivilgesellschaft den Nutzen der Union für die einzelnen Bürger*innen herausgearbeitet und dazu aufgerufen, die gemeinsamen Werte zu verteidigen und durch den Urnengang an der Weiterentwicklung der Union mitzuwirken.
Der Blick der politischen Bildner*innen und Medienvertreter*innen ist bisher stark von der EU-Innensicht geprägt. Die Meinungen und Visionen von Menschen außerhalb der EU finden wenig Berücksichtigung, würden die Diskussionen aber sehr bereichern: Wie bewerten Jugendliche in Nicht-EU-Ländern das Gemeinschaftsprojekt? Was sehen sie für Vorteile, was für Gefahren, was für Chancen? Was wünschen sie sich von der EU und deren Bürger*innen? Ukrainer*innen können als Bürger*innen eine neue Perspektive einbringen – als Bewohner*innen eines Landes, das am Scheideweg zwischen Annäherung an Russland und EU steht und durch den pro-europäischen Euromaidan in die öffentliche Wahrnehmung rückte.
Johanna Rohde wird, unterstützt durch den ukrainischen National Youth Council, Clips erstellen, die die politische Bildung zu Europathemen bereichern soll. Sie wird in der Ukraine interaktive Interviews mit ukrainischen Jugendlichen führen und diese filmisch festhalten. Die Jugendlichen präsentieren ihre Meinungen zur derzeitigen Situation der Ukraine und der Europäischen Union und entwickeln Visionen für die Zukunft.
Dieser Gesamtüberblick soll online gestellt und so für alle Menschen zugänglich gemacht werden. Die Clips werden dann in Seminaren und Projekten der politischen Bildung in Deutschland eingesetzt. So wird der Blick der Jugendlichen und Erwachsenen in Deutschland geweitet und das Interesse für Osteuropa geweckt. Die Videos können als Einstieg für Diskussionen zur Zukunft der EU im Allgemeinen sowie um eine Osterweiterung der EU dienen. Der Prozess der Filmproduktion soll zudem ukrainische Jugendliche dazu anregen, sich mit der Zukunft ihres Landes auseinanderzusetzen und sich aktiv Gehör zu verschaffen.


Johanna Rohde


Johanna Rohde


Johanna Rohde ist Referentin für gesellschaftspolitische Jugendbildung. Sie hat in Bonn Geschichte und Politik studiert und dabei den Schwerpunkt auf Zeitgeschichte gelegt. Im Rahmen von Praktika in Museen, Gedenkstätten, Stiftungen usw., europäischen Jugendprojekten und von ehrenamtlichen Tätigkeiten sammelte sie Erfahrungen in Projektmanagement und außerschulischer Geschichtsvermittlung. Seit September 2017 arbeitet sie an der Ev. Landjugendakademie in Altenkirchen. Dort entwickelt sie Formate der politischen Bildung und erprobt diese im Rahmen von Projekttagen, mehrtägigen Seminaren und Jugendbegegnungen.

Evangelische Landjugendakademie


 Evangelische Landjugendakademie

Die Ev. Landjugendakademie ist ein Ort der Bildung und der Begegnung. Die Akademie bietet ein vielseitiges Programm rund um die Themen Jugend, Kirche und ländlicher Raum. Das Referat für gesellschaftliche Jugendbildung richtet sich an Jugendliche zwischen 12 und 27 Jahre. In Kooperation mit Jugendzentren, Schulen, Vereinen, Gemeinden und Migrantenselbstorganisationen entwickeln wir Seminare zu aktuellen gesellschaftlichen Fragestellungen. Schwerpunktthemen sind dabei „Nachhaltigkeit“ und „Europa“.

Das Tagungshaus bietet ideale Bedingungen für mehrtägige Konferenzen, Seminare und Arbeitstreffen: Gemütliche Zimmer, zahlreiche Seminarräume mit moderner Medienausstattung, ein Spielekeller, ein Kunstatelier und großzügige Sport- und Spielflächen ermöglichen ein abwechslungsreiches Programm.

Weitere Informationen finden Sie unter: www.lja.de